Zentrum für ganzheitliche Medizin Saarbrücken: Traditionelle Chinesische Medizin-TCM (Kräuter, Akupunktur, Ong-Song, Diätetik, Qi-Gong) und Allgemeinmedizin
Akupunktur auf Krankenschein?

Akupunktur-Behandlungen werden seit 2007 als Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bei folgenden Erkrankungen anerkannt:

- Chronische Schmerzen der Lendenwirbelsäule (LWS)
- Chronische Schmerzen bei Kniegelenksarthrose

Bei Vorliegen dieser Diagnosen können 10 Akupunktur-Sitzungen (Körperakupunktur mit Nadeln) in begründeten Ausnahmefällen bis zu 15 Sitzungen als Kassenleistung in Anspruch genommen werden.

Besondere Behandlungsmethoden, wie z. B. die Moxibustion, Ohrakupunktur oder die Verordnung chinesischer Heilpflanzen sind hierin nicht enthalten. Auch die für die Beurteilung des Behandlungsverlaufs sehr wichtige chinesische Puls- und Zungen-diagnostik ist nicht Teil dieser neuen Kassenleistung, ebenso häufige Akupunktur-Indikationen wie z. B.

- Chronische Kopf- und Nackenschmerzen
- Heuschnupfen
- Asthma
- Reizdarmsyndrom
- Wechseljahrs- und Menstruationsbeschwerden

Zudem enthält die Verordnung Vorschriften über Anzahl der zu setzenden Nadeln pro Sitzung sowie die Pflicht zur Durchführung der 10 Sitzungen innerhalb von 6 Wochen. Dabei kann die Behandlung dem eigentlich notwendigen individuellen Ansatz der Methode der chinesischen Medizin nicht gerecht werden.

Die Ausbildung zur Traditionellen Chinesischen Medizin umfasst weit mehr, als es durch die geforderten Qualifikationen der Kassenakupunktur (200 Std. Akupunkturausbildung, Schmerztherapie-Kurs, Fortbildung in Psychosomatik) abgebildet wird. Die Akupunktur ist dabei nur eine Säule neben chinesischer Heilkräutertherapie, manueller Therapie (Tuina bzw. Ong Song und ähnliche Methoden), Qigong (ein Entspannungsverfahren) sowie Diätetik und bedarf einer kontinuierlichen Fort- und Weiterbildung.

Neben den fortlaufenden Weiterbildungen zur Kenntniserweiterung im In- und Ausland stehen wir als Referenten und Mitglieder des Arbeitskreises Akupunktur des Saarlandes sowie der Mitgliedschaft in den wichtigsten Fachgesellschaften in ständigem Austausch mit anderen Akupunktur-Ärzten und Therapeuten in allen Disziplinen der chinesischen Medizin.

Wie Sie diesen Ausführungen entnehmen können, ist dies eine weitaus höhere Qualifikation, als sie in den Bestimmungen von 2007 gefordert wird. Natürlich verfügen wir auch über die Zusatzqualifikation Psychosomatik.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Neuregelung der Akupunktur-Abrechnung zu bürokratischem Mehraufwand und fachfremden Vorgaben unweigerlich zur Verkürzung des Arzt-Patienten-Kontaktes und zur schematisierten Standard-Akupunktur ohne detaillierte Anamnese, ohne Puls- und Zungendiagnostik und Verlust der individuellen Behandlung führt.

Wir möchten unseren Patientinnen und Patienten dagegen auch in Zukunft die Traditionelle Chinesische Medizin als individuelle ganzheitliche Therapie auf hohem qualitativem Niveau anbieten, daher werden wir bis auf Weiteres in unserer Praxis keine Akupunktur als Regelleistung der GKV anbieten, auch bei den o. g. Indikationen nicht. Hierfür bitten wir um Verständnis.

Für Versicherte der Privaten Krankenkassen hat sich nichts geändert. Alle ärztlichen Leistungen werden nach der aktuell gültigen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) berechnet. Die Akupunktur ist eine in der GOÄ aufgeführte Behandlungsmethode, die Kosten sind bei Schmerzdiagnose entsprechend voll erstattungsfähig.